
In Brasiliens vielfältigen Agrarlandschaften, von Sojabohnenfeldern im Cerrado bis hin zu Obstanbausystemen im Nordosten, vollzieht sich ein Wandel. Was einst als Alternative galt, wird nun Teil gängiger landwirtschaftlicher Praxis. Landwirte suchen verstärkt nach biologischen Lösungen, die die Produktivität steigern und gleichzeitig natürliche Ressourcen schonen.
Diese biologischen Lösungen, auch Bioinputs genannt, sind Produkte, die aus lebenden Organismen wie Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen gewonnen werden. Dazu gehören biologische Schädlingsbekämpfungsmittel, Biopestizide, mikrobielle Impfstoffe, Biodünger und andere Produkte, die die Pflanzengesundheit fördern, die Bodenfruchtbarkeit verbessern und ein nachhaltiges Schädlings- und Krankheitsmanagement unterstützen.
Brasilien hat sich dank des Engagements des Privatsektors, des gestiegenen Vertrauens der Landwirte in nachhaltige Alternativen und eines günstigen politischen Umfelds zu einem der am schnellsten wachsenden Märkte für Bioinputs entwickelt.
Im Jahr 2025 verzeichnete das Land 162 Neuzulassungen biologischer Produkte, während deren Anwendung in der Praxis weiter zunahm. In der Anbausaison 2024/2025 wurden biologische Lösungen auf über 150 Millionen Hektar eingesetzt, was einen Umsatz von rund 4.35 Milliarden R$ generierte.
Hinter diesen Zahlen stehen Landwirte, die Entscheidungen als Reaktion auf reale Herausforderungen treffen: Steigende Inputkosten, unvorhersehbare Wetterbedingungen und Märkte, die eine nachhaltigere Produktion fordern, ermutigen die Landwirte, biologische Lösungen in ihre landwirtschaftlichen Praktiken zu integrieren.
Brasiliens Nationales Bioinput-Programm: eine nationale Strategie für biologische Innovation
Die Nationales Bioinput-ProgrammDas vom Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht (MAPA) geleitete Programm steht im Zentrum dieses Wandels. Ziel des Programms ist es, die Entwicklung, Regulierung und Anwendung von Bio-Inputs landesweit auszuweiten und so nachhaltigere Systeme in den Bereichen Pflanzenbau, Viehzucht, Aquakultur und Forstwirtschaft zu fördern. Durch einen strukturierten Regulierungsrahmen schafft das Programm die Voraussetzungen für Innovationen im gesamten Agrarsektor.
Zu den wichtigsten Prioritäten gehören die Stärkung von Forschung und Entwicklung, die Verbesserung regulatorischer Prozesse, die Förderung der Einrichtung regionaler Biofabriken sowie der Ausbau der technischen Ausbildung für Landwirte und der Beratungsdienste. Das Programm fördert außerdem die Zusammenarbeit zwischen Regierungsbehörden, privaten Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Verringerung der Abhängigkeit von importierten chemischen Betriebsmitteln, die Stärkung der nationalen Technologiekapazitäten und die Erschließung des Potenzials der brasilianischen Biodiversität als Motor für wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz. Durch die Verknüpfung von Politik, Wissenschaft und Marktanreizen trägt die Initiative dazu bei, Bio-Betriebsmittel nicht als Alternativen, sondern als praktische Werkzeuge in resilienten Landwirtschaftssystemen zu etablieren.

Entscheidungsfindung durch Wissen stärken
Da Brasilien die Anwendung von Biokraftstoffen fördert, wird der Zugang zu verlässlichen und wissenschaftlich fundierten Informationen noch wichtiger. CABI BioProtection-Portal ist eine Ressource, die diesen Prozess unterstützt.
Das Portal bietet Landwirten, Beratern und politischen Entscheidungsträgern kostenlosen Zugang zu aktuellen Informationen über zugelassene biologische Pflanzenschutzmittel und Biopestizide nach Ländern. Durch die einfache Auffindbarkeit dieser Informationen unterstützt das CABI BioProtection Portal den verantwortungsvollen Einsatz von biologischen Betriebsmitteln im Rahmen integrierter Schädlingsbekämpfungsstrategien.
„Durch die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren und die Förderung des Zugangs zu Instrumenten wie dem CABI BioProtection Portal schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Bioinputs zu einem integralen Bestandteil resilienter Ernährungssysteme in ganz Lateinamerika werden“, sagte Yelitza Colmenarez, Regionaldirektorin für Lateinamerika und Koordinatorin des PlantwisePlus-Programms für Lateinamerika und die Karibik.
Aufbau einer nachhaltigen Zukunft
Brasiliens nationales Bioinput-Programm steht im Einklang mit den weltweiten Bemühungen, landwirtschaftliche Systeme widerstandsfähiger und umweltverträglicher zu gestalten.
Brasilien entwickelt sich zu einem Vorreiter beim Übergang zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, indem es die institutionellen Rahmenbedingungen stärkt und in auf Biodiversität basierende Innovationen investiert.
Gleichzeitig leisten Initiativen wie das CABI BioProtection Portal einen Beitrag, indem sie Landwirten, Beratern und Entscheidungsträgern Wissen über Biopestizide und biologische Bekämpfungsmittel zugänglich machen und so dazu beitragen, die Kluft zwischen Innovation und praktischer Umsetzung zu überbrücken.
Gemeinsam können nationale Strategien und globale Wissensplattformen nachhaltige Landwirtschaft von einem bloßen Ziel zu etwas machen, das Saison für Saison aufgebaut werden kann.
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Wie Brasilien mit der nachhaltigen Landwirtschaft eine Vorreiterrolle einnimmt CABI BioProtection Portal: