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Grünkohl-Schädlingsbekämpfung: Leitfaden für nachhaltige biologische Schädlingsbekämpfung 

Geschrieben von: Juliet Tumeo Juliet Tumeo
Rezensiert von: Steve Edgington Steve Edgington

Zusammenfassung: Grünkohl ist in den USA und Australien eine wichtige Kulturpflanze, doch Schädlinge wie Motten, Schmetterlinge, Käfer und Asiatische Baumwanzen bedrohen die Erträge. Biologische Bekämpfungsmethoden, beispielsweise mit Neemöl und nützlichen Mikroorganismen, schützen Grünkohl vor Schädlingen und verbessern so Qualität und Ertrag.

Überblick:

Welche Schädlinge befallen Grünkohlpflanzen?
Kleiner Kohlweißling
Gestreifte Kohlraupe
Aschgraue Höckereule
Gestreifter Erdfloh
Harlekin-Wanze
Kohlblattlaus
Wie bekämpfe ich Schädlinge an Grünkohl?
FAQ
Zusammenfassung

Grünkohl ist eine wichtige globale Nutzpflanze und trägt erheblich zur Wirtschaft der USA und Australiens bei. Kalifornien und Georgia sind die Hauptanbaustaaten in den USA, wo die Produktion zwischen 2007 und 2017 um 145 % gestiegen ist. In Australien werden jährlich etwa 6,700 Tonnen Spinat, Mangold und Grünkohl im Wert von rund 23.5 Millionen australischen Dollar produziert. Schädlinge an Grünkohlpflanzen können erhebliche Ernteausfälle verursachen und die Qualität der Ernte mindern, was sowohl den Marktwert als auch die Rentabilität der Erzeuger verringert. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Identifizierung von Grünkohlschädlingen und untersucht… biologischen Methoden um ihre Anzahl zu kontrollieren und die Ernten zu schützen.

Welche Schädlinge befallen Grünkohlpflanzen?

Grünkohlpflanzen sind anfällig für eine Vielzahl von Schädlingen, darunter Motten, Schmetterlinge, Käfer und Wanzen. Die Larven vieler Motten- und Schmetterlingsarten fressen direkt an den Grünkohlblättern und verursachen dadurch erhebliche Schäden. Art und Ausmaß des Schädlingsbefalls variieren je nach Region.

Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)

Diese Schmetterlingsart schädigt Grünkohlpflanzen im Larvenstadium durch direktes Fressen an den Blättern. Sie ist auch als Kohlweißling bekannt. Die Falter haben eine Flügelspannweite von etwa 50 mm, ihre Oberseite ist weiß mit schwarzen Spitzen und Flecken, die Unterseite gelb. Sie legen winzige, weiß-gelbe Eier. Die Larven (Raupen) sind grün und werden bis zu 32 mm lang. Sie spinnen 25 mm lange Kokons, in denen sie überwintern, bevor sie im Frühjahr als Schmetterlinge schlüpfen. Der Fraß der Larven verursacht kleine Löcher in den Grünkohlblättern. Bei starkem Befall können die Pflanzen alle Blätter verlieren, und kleine, dunkelgrüne Kotpillen sind sichtbar.

Nahaufnahme eines ausgewachsenen importierten Kohlweißlings
Ausgewachsener importierter Kohlweißling (Pieris rapae (Linnaeus)) – Bildnachweis: Ward Upham, Kansas State University, Bugwood.org
Nahaufnahme einer importierten Kohlweißlingslarve
Larve des importierten Kohlweißlings (Pieris rapae (Linnaeus)) – Bildnachweis: Whitney Cranshaw, Colorado State University, Bugwood.org

Gestreifte Kohlraupe (Evergestis rimosalis)

Diese Mottenart schädigt Grünkohlpflanzen im Larvenstadium durch direktes Fressen an den Blättern. Die ausgewachsenen Falter sind strohfarben mit purpurfarbenen Flügelbinden und haben eine Flügelspannweite von etwa 25 mm. Sie legen flache, gelbe Eier. Die Larven sind grau, färben sich mit zunehmendem Wachstum bläulicher und weisen typischerweise einen gelben Streifen an jeder Seite auf. Zu den Schadsymptomen gehören kleine, unregelmäßig geformte Löcher in den Blättern. Die Larven bohren sich außerdem direkt in die Köpfe der jungen Pflanzen.

Raupe des kreuzgestreiften Kohlweißlings auf einem Grünkohlblatt
Raupe des gestreiften Kohlweißlings (Evergestis rimosalis (Guenée, 1854)) – Bildnachweis: Clemson University – USDA Cooperative Extension Slide Series, Bugwood.org

Aschgraue Höckereule (Trichoplusia ni)

Dieser Schädling ist eine Mottenart, die im Larvenstadium Grünkohlpflanzen befällt, indem sie direkt an den Blättern frisst. Die ausgewachsenen Falter sind typischerweise graubraun mit einer Flügelspannweite von 38 mm. Die Eier sind gelblich-weiß und oval und werden meist auf der Blattunterseite abgelegt. Die Larven bewegen sich in einer charakteristischen, bogenförmigen Bewegung fort und wölben dabei ihren Körper in der Mitte. Sie sind typischerweise grün mit einem weißen Streifen an jeder Seite und können bis zu 38 mm lang werden. Der Schaden zeigt sich als unregelmäßig geformte Löcher in den Blättern, und auf den befallenen Blättern sind meist Kotspuren zu finden.

Kohlweißling (erwachsen)
Kohlweißling (Trichoplusia ni (Hubner)) – Bildnachweis: Keith Naylor, Bugwood.org
Kohlweißlingsraupe
Kohlweißlingsraupe (Trichoplusia ni (Hubner)) – Bildnachweis: Alton N. Sparks, Jr., University of Georgia, Bugwood.org

Flohkäfer (Phyllotreta spp)

Viele Erdfloharten schädigen Grünkohl und andere Blattgemüse, indem sie an deren Blättern fressen. Die ausgewachsenen Käfer erreichen eine Länge von etwa 3 mm und springen bei Störung wie Flöhe, was ihnen ihren Namen gab. Sie sind meist braun, können aber auch schwarz, blau, bronzefarben oder gestreift sein. Dieser Schädling legt seine Eier in den Boden, und die kleinen weißen Larven ernähren sich nach dem Schlüpfen von den Wurzeln der Wirtspflanze. Dies verursacht jedoch selten größeren Schaden. Der Schaden wird hauptsächlich von den ausgewachsenen Käfern verursacht und zeigt sich als charakteristische, runde und unregelmäßig geformte „Schrotlöcher“ in den Blättern. Starker Befall kann Grünkohlpflanzen erheblich schädigen.

Gestreifter Rübenflohkäfer (erwachsen)
Gestreifter Rübenflohkäfer (Phyllotreta nemorum (Linnaeus, 1758)) – Bildnachweis: Mary C Legg, Bugwood.org
Nahaufnahme eines Westlichen schwarzen Flohkäfers auf einem Grünkohlblatt
Westlicher schwarzer Flohkäfer (Phyllotreta pusilla Horn, 1889) – Bildnachweis: Whitney Cranshaw, Colorado State University, Bugwood.org

Harlekin-Wanze (Murgantia histrionica)

Diese Insektenart schädigt Grünkohlpflanzen, indem sie die Blätter ansticht und Pflanzensäfte saugt. Die ausgewachsenen Tiere sind leuchtend gefärbt, schildförmig und erreichen eine Länge von etwa 9.5 mm. Je nach Jahreszeit erscheinen sie schwarz-gelb oder schwarz-rot. Sie legen weiße, schwarz gestreifte, tonnenförmige Eier. Die Larven durchlaufen fünf Entwicklungsstadien, bevor sie geschlechtsreif werden. Harlekinwanzen gehören zur Familie der Stinkwanzen und sondern bei Störung einen unangenehmen Geruch ab. Sowohl die ausgewachsenen Tiere als auch die Larven ernähren sich von Pflanzensäften, was zu weißen Flecken und Sprenkeln führt. Die Blätter verfärben sich schließlich gelb und braun und können bei starkem Befall welken und absterben.

Harlekin-Wanze
Harlekinwanzen (Murgantia histrionica (Hahn)) – Bildnachweis: Jerrod Hein, Kansas State University, Bugwood.org

Kohlblattlaus (Brevicoryne Brassicae)

Diese Schädlinge sind kleine Insekten, die Grünkohlpflanzen schädigen, indem sie mit einem nadelartigen Mundwerkzeug Pflanzensäfte saugen. Sie sind typischerweise grau oder grün, können aber aufgrund einer von ihnen abgesonderten Wachssubstanz blassgrün-weiß erscheinen. Die erwachsenen Tiere legen ihre Eier auf die Blattunterseiten, aus denen im Frühjahr die Larven schlüpfen. Frühe Entwicklungsstadien der Kohlblattlaus können hellgrün sein. Blattläusen Kohlblattläuse sind oft direkt an den Pflanzen sichtbar, insbesondere bei größerem Befall. Schäden können zu Wachstumsstörungen und zum Absterben der Pflanze führen. Besonders junge Blätter werden von Kohlblattläusen geschädigt.

Kohlblattläuse
Kohlblattläuse (Brevicoryne brassicae (Linnaeus, 1758)) – Bildnachweis: Whitney Cranshaw, Colorado State University, Bugwood.org

Wie bekämpfe ich Schädlinge an Grünkohl?

Glücklicherweise gibt es viele Methoden, um Grünkohlpflanzen vor den oben genannten Schädlingen zu schützen. Zu den wirksamen Strategien gehört eine Kombination aus integrierten Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen (IPM) und biologischen Kontrollmethoden.

Monitoring

Achten Sie auf die oben genannten Symptome. Das häufigste Anzeichen für diese Schädlinge sind direkte Fraßschäden, die sich als Löcher in den Blättern zeigen. Verschiedene Schädlinge hinterlassen unterschiedliche Fraßmuster an den Blättern, die bei der Bestimmung der jeweiligen Art hilfreich sein können. Larven können direkt an den Blättern fressen, während ein vermehrtes Auftreten von Faltern und Schmetterlingen im Anbaugebiet oder Garten auf einen Befall hindeuten kann. Einige der oben genannten Schädlinge legen ihre Eier auf der Blattunterseite ab; die Untersuchung dieser Stellen kann daher die Bestimmung erleichtern. Kleine, dunkelgrüne Kotspuren können ebenfalls sichtbar sein und sind oft leichter zu erkennen als die gut getarnten grünen Larven.

Kulturelle Kontrolle

Kulturelle Schädlingsbekämpfung umfasst gezielte Anbau- und Gartenpraktiken, um das Risiko eines Schädlingsbefalls zu verringern. Diese Methode der Pflanzenpflege setzt die korrekte Identifizierung des Schädlings voraus. Vermeiden Sie übermäßige Stickstoffdüngung, da diese zu einer erhöhten Larvenpopulation im Anbaugebiet oder Garten führen kann. Viele Schädlinge überwintern in abgefallenen Pflanzenresten; deren Entfernung trägt zur Reduzierung ihrer Anzahl bei. Der Einsatz von Vliesabdeckungen ist eine Form der mechanischen Schädlingsbekämpfung, die verhindert, dass Schädlinge die Pflanzen erreichen. Das Absammeln der Larven von Hand kann in manchen Fällen wirksam sein, und der Anbau schnellwachsender Grünkohlsorten verkürzt die Zeit, in der Schädlinge erhebliche Schäden anrichten können.

Biologischer Pflanzenschutz

  • Natürliche Substanzen: Diese werden typischerweise aus Pflanzen gewonnen und können zum Besprühen von Pflanzen verwendet werden, um Schädlinge abzuwehren oder zu töten. Zum Beispiel: Neemöl Man kann Harlekinwanzen bekämpfen, indem man ihre Fress- und Paarungsgewohnheiten unterbricht.
  • Semiochemikalien: Dabei handelt es sich um Botenstoffe, die zur Beeinflussung des Schädlingsverhaltens eingesetzt werden können. Pheromone beispielsweise können verwendet werden, um Motten und Schmetterlinge, die Grünkohl befallen, anzulocken und deren Paarung zu stören.
  • Mikroorganismen: Dies sind Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Viren, die Schädlinge und Krankheitserreger bekämpfen, aber keine Nutzpflanzen schädigen. Zum Beispiel das Bakterium Bacillus thuringiensis Verursacht eine tödliche Infektion im Larvenstadium vieler Schädlinge, darunter auch des importierten Kohlweißlings.
  • Makrobienen: Dies sind größere Tiere, wie beispielsweise bestimmte Nützlinge, die Schädlinge fressen oder parasitieren. Zum Beispiel die Grüne Florfliege Ernährt sich direkt von den Larven der Kohlmotte und trägt so zur Kontrolle ihrer Anzahl bei.

Chemische Pestizide

Als weltweit führende Organisation in der Umsetzung naturbasierter Kenntnisse im Schädlingsmanagement fördert CABI den IPM als bevorzugten, ökologischen Ansatz zur Erzeugung gesunder Nutzpflanzen, der den Einsatz chemischer Pestizide nur bei Bedarf zulässt und unter Einhaltung von Maßnahmen, die die Belastung von Mensch und Umwelt durch diese Mittel begrenzen (siehe FAO, Internationaler Verhaltenskodex zum Umgang mit Pestiziden).

Bevor Landwirte den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel in Erwägung ziehen, sollten sie alle verfügbaren nicht-chemischen Lösungen zur Bekämpfung von Bohnenwanzen prüfen, einschließlich der oben genannten. Für eine individuelle Beratung zum Schädlingsmanagement besuchen Sie bitte [Website einfügen]. CABI BioProtection Portal, wo Sie Ihren Standort und Ihr Schädlingsproblem eingeben können, um maßgeschneiderte Lösungen zu finden.

Falls der Einsatz chemischer Pestizide in Erwägung gezogen wird, sollten Landwirte bevorzugt risikoärmere chemische Pestizide auswählen, die im Rahmen einer IPM-Strategie zur Schädlingsbekämpfung beitragen und gleichzeitig die schädlichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt minimieren. Landwirtschaftliche Beratungsdienste können Informationen über lokal verfügbare, risikoarme Pflanzenschutzmittel bereitstellen, die mit einer IPM-Strategie kompatibel sind. Diese Fachleute können auch Empfehlungen zur erforderlichen persönlichen Schutzausrüstung geben.

FAQ

Wie kann ich verhindern, dass Insekten meinen Grünkohl fressen?

Verschiedene Methoden können helfen, Schädlinge an Grünkohlpflanzen zu bekämpfen. So schützen beispielsweise Spritzmittel mit Neemöl die Pflanzen vor Harlekinwanzen und anderen Insekten, während nützliche Bakterien, die die Larven schädlicher Motten- und Schmetterlingsarten infizieren und abtöten, ebenfalls sehr wirksam sind.

Welche Schädlinge befallen Grünkohl?

Grünkohlpflanzen sind anfällig für viele verschiedene Schädlinge, wobei Motten- und Schmetterlingsraupen zu den häufigsten zählen. Die Schädlingsarten variieren je nach Region. Daher ist es wichtig, den spezifischen Schädling, der Ihre Pflanzen befällt, zu identifizieren, bevor Sie Maßnahmen ergreifen.

Was verursacht die Löcher in meinen Grünkohlblättern?

Viele Insekten können Löcher in Grünkohlblättern verursachen. Häufige Übeltäter sind Raupen von Schmetterlingen und Motten, aber auch Schädlinge wie Erdflöhe und Asiatische Baumwanzen hinterlassen beim Fressen Löcher. Form und Muster der Löcher helfen, den jeweiligen Schädling zu identifizieren.

Kann man Grünkohl mit Insekten bedenkenlos essen?

Grünkohl, der gründlich gewaschen wurde, um Insekten und deren Kot zu entfernen, ist in der Regel unbedenklich zum Verzehr geeignet. Schädlingsbefall kann zwar zu Wachstumsstörungen oder Löchern in den Blättern führen, was Aussehen und Konsistenz beeinträchtigen kann, macht den Grünkohl aber nach ordnungsgemäßer Reinigung nicht ungenießbar.

Zusammenfassung

Grünkohl ist sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Australien eine wertvolle Kulturpflanze, doch Schädlinge wie Raupen, Käfer und Asiatische Baumwanzen bedrohen Ertrag und Qualität. Effektives Schädlingsmanagement kombiniert Überwachung, ackerbauliche Maßnahmen und biologischen Methoden Um Schädlingsbefall zu reduzieren, können Techniken wie das Entfernen von Ernterückständen, der Einsatz von Abdeckungen und die Anwendung natürlicher Öle oder nützlicher Mikroorganismen helfen, die Schädlingspopulationen zu kontrollieren. Die Anwendung einer integrierten Schädlingsbekämpfungsstrategie (IPM) unterstützt einen nachhaltigen Grünkohlanbau, der sowohl die Anbauer als auch die Umwelt schützt.

Entdecken Sie unsere ausführlichen Ratgeber zur Schädlingsbekämpfung, um Mottenarten wie die Diamantrückenmotte und zum Schutz anderer Nutzpflanzen, wie zum Beispiel Kohl.

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