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Schädlingsratgeber Fruchtfliegen: Bestimmung, Auswirkungen und effektive Bekämpfungsmethoden

Geschrieben von: Fanny Deiß Fanny Deiß
Rezensiert von: Steve Edgington Steve Edgington

Übersicht

Fruchtfliegen sind eine vielfältige Gruppe kleiner fliegender Insekten, die verschiedene Nutzpflanzen in unterschiedlichen geografischen Regionen, darunter Bangladesch und die USA, schädigen. Diese Schadinsekten werden manchmal als exotische Fruchtfliegen bezeichnet und können Ernteerträge zerstören und zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führen. Fruchtfliegen verursachen Schäden an Nutzpflanzen sowohl bei der Eiablage als auch im Larvenstadium, befallen eine Vielzahl von Obst- und Gemüsesorten und sind besonders verheerend für die Mangoernte in Bangladesch. Dieser Artikel behandelt die verschiedenen Arten von Fruchtfliegen, wie sie Obst und Gemüse schädigen und biologischen Methoden um ihre Anzahl zu ermitteln, zu überwachen und zu kontrollieren.

Was sind Fruchtfliegen?

Es gibt viele Arten und Unterarten von Fruchtfliegenschädlingen, die alle ein unterschiedliches Erscheinungsbild haben. Es handelt sich jedoch allesamt um kleine, zweiflügelige Insekten, die im Allgemeinen gelbbraun gefärbt sind. Die spezifischen Erscheinungsformen wirtschaftlich wichtiger Arten werden unten beschrieben. 

Entwicklungszyklus

Der Lebenszyklus von Fruchtfliegen variiert je nach Art und Klima. Im Allgemeinen legen weibliche Fruchtfliegen Eier unter die Schale verschiedener Früchte und Gemüse, normalerweise wenn diese reif sind oder kurz vor der Reife stehen. Wenn die Larven schlüpfen, beginnen die Larven, sich von Pflanzengewebe zu ernähren. Fruchtfliegen durchlaufen die Entwicklungsstadien Ei, Larve, Puppe und Erwachsenenstadium, die je nach Art unterschiedlich lange dauern. Der Lebenszyklus dauert normalerweise 1–2 Monate, aber erwachsene Fliegen einiger Arten überwintern und leben in manchen Fällen bis zu 11 Monate. Weibchen können im Laufe ihres Lebens Hunderte oder sogar Tausende von Eiern legen.

Mikroskopische Aufnahme einer Fruchtfliegenlarve
Larve der Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitatum (Wiedemann, 1824)). Bildnachweis: Florida Division of Plant Industry, Florida Department of Agriculture and Consumer Services über Bugwood.org

Welche verschiedenen Arten von Fruchtfliegen gibt es?

Mehrere Arten und Unterarten der Fruchtfliege schädigen unterschiedliche Pflanzen in unterschiedlichen Ländern weltweit.

Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitatum)

Trotz ihres Namens ist die Mittelmeerfruchtfliege in Afrika, Asien, Australien, Europa und Amerika verbreitet. Ihre Eier sind weiß und etwa 1 mm lang, und die Larven werden normalerweise 9 mm lang. Ausgewachsene Tiere sind 3-5 mm lang, gelbbraun gefärbt und haben dunkelrot-violette Augen. Die Larven schlüpfen nach 1.5 Tagen, und sie reifen je nach Jahreszeit nach 2-4 Wochen zu ausgewachsenen Tieren heran.  

Eine Nahaufnahme einer mediterranen Fruchtfliege auf einem Blatt
Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitatum). Bildnachweis: Scott Bauer, USDA Agricultural Research Service über Bugwood.org

Mexikanische Fruchtfliege (Anastrepha ludens)

Dieses Schadinsekt beeinträchtigt die Ernteerträge von Mangos, Grapefruits und Zitrusfrüchten in Mexiko, Mittelamerika und den USA erheblich. Die Larven schlüpfen nach 1–2 Wochen und werden bis zu 12 mm lang. Ausgewachsene Fliegen sind 7–11 mm lang, haben einen gelbbraunen Körper und charakteristische hellgelbe Flügelbänder.

Orientalische Fruchtfliege (Bactrocera dorsalis)

Die orientalische Fruchtfliege ist in Asien beheimatet, kommt aber auch in Afrika und den USA vor. Sie hat mehrere andere Namen, von denen man einst dachte, sie würden verschiedene Arten repräsentieren: Mangofruchtfliege (B. invaders), B. papaya, und B. philippinensis. Die Eier der Orientalischen Fruchtfliege sind schlank und weiß. Die Larven sind ebenfalls weiß und werden bis zu 11 mm lang. Das Aussehen der erwachsenen Tiere unterscheidet sich je nach Unterart, weist aber normalerweise zwei markante schwarze Streifen über dem Hinterleib auf. Dieses Schadinsekt ist besonders schädlich für Mango- und Papayafrüchte.

Eine Nahaufnahme von vier orientalischen Fruchtfliegen
Orientalische Fruchtfliege (Bactrocera dorsalis) Erwachsene. Bildnachweis: Florida Division of Plant Industry, Florida Department of Agriculture and Consumer Services über Bugwood.org

Karibische Fruchtfliege (Anastrepha suspensa)

Diese Fliegen sind eng mit der mexikanischen Fruchtfliege verwandt und schädigen eine Vielzahl von Wirtspflanzen in der Karibik und in Florida. Die Larven schlüpfen nach 2-3 Tagen, und die weißen Larven werden etwa 10 mm groß und ernähren sich 1-2 Wochen lang von Pflanzen. Adulte Fliegen sind gelbbraun und werden etwa 14 mm groß mit gelbbraunen Windbändern. Guaven und Rosenäpfel sind besonders anfällig für den Befall durch diesen Schädling.

Eine Nahaufnahme eines Erwachsenen einer karibischen Fruchtfliege auf einem Blatt
Karibische Fruchtfliege (Anastrepha suspensa (Loew, 1862)). Bildnachweis: Florida Division of Plant Industry, Florida Department of Agriculture and Consumer Services über Bugwood.org

Queensland-Fruchtfliege (Bactrocera tryoni)

Dies ist ein ernstzunehmender Schädling in ganz Ost-Australien. Die Eier sind weiß und die Larven schlüpfen je nach Jahreszeit nach 1-2 Tagen. Die Larven ernähren sich etwa drei Wochen lang und befallen Pflanzen wie Tomaten, Äpfel und Birnen. Erwachsene Tiere sind wespenähnlich mit gelben und dunkelbraunen Markierungen und werden etwa 8 mm lang. Der gesamte Lebenszyklus der Queensland-Fruchtfliege von Ei zu Ei dauert etwa sechs Wochen.

Eine erwachsene Queenslad-Fruchtfliege
Queensland-Fruchtfliege (Bactrocera tryoni (Froggatt, 1897)). Bildnachweis: Natasha Wright, Braman Termite & Pest Elimination über Bugwood.org

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii)

Diese Art ist in Asien heimisch, hat sich aber nach Europa und Amerika ausgebreitet. Sie hat ein breites Wirtsspektrum und ist besonders problematisch für Kirschen im US-Bundesstaat Washington. Die Eier sind weiß und kleiner als die anderer Arten (etwa 0.5 mm lang). Die Larven schlüpfen aber ebenfalls nach 1–3 Tagen. Die Larven der Kirschessigfliege sind weiß, während ihre Puppen dunkelbraun sind. Beide Entwicklungsstadien sind etwa 3 mm lang. Erwachsene Tiere sind ebenfalls etwa 3 mm lang, haben rote Augen und sind hellbraun gefärbt. Männchen haben einen charakteristischen dunklen Fleck in der Nähe der Flügelspitze und adulte Fliegen leben normalerweise 1–2 Monate oder länger, wenn sie überwintern. Dies ist ein enger Verwandter der Art Drosophila melanogaster, welche Wissenschaftler unter anderem zur Untersuchung menschlicher Krankheitsgene verwenden. Drosophila melanogaster gilt nicht als Schädling.

Eine Nahaufnahme einer auf der Seite liegenden Kirschessigfliege mit sichtbarem schwarzen Fleck auf den Flügeln.
Männchen der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii (Matsumura, 1931)). © Gevork Arakelian

Welche Auswirkungen haben Fruchtfliegen?

Die Larven ernähren sich direkt von Pflanzengewebe, wodurch die Früchte matschig, verfärbt und ungenießbar werden. Fruchtfliegenschädlinge können sich von reifenden oder reifen Früchten ernähren, die noch an der Pflanze hängen. Dies unterscheidet sie von nicht-schädlichen Arten, die sich nur von bereits verdorbenem Pflanzengewebe ernähren. Fruchtfliegen verursachen in verschiedenen Ländern erhebliche wirtschaftliche Schäden an den Ernteerträgen. In Bangladesch wird berichtet , dass 70 % der Mangoernte durch Fruchtfliegenbefall bedroht sind. Allein in Kalifornienwird der Ernteschaden durch Fruchtfliegen auf 25 Milliarden Dollar geschätzt. Die Länder investieren erheblich in Lösungen zur Bekämpfung von Fruchtfliegen und in Erkennungsprogramme, was zu weiteren wirtschaftlichen Belastungen führt.

Larven der Karibischen Fruchtfliege auf beschädigten Stücken von Zitrusfrüchten
Larven der Karibischen Fruchtfliege ernähren sich von Fruchtgewebe (Anastrepha suspensa (Loew, 1862)). Bildnachweis: Florida Division of Plant Industry, Florida Department of Agriculture and Consumer Services über Bugwood.org

Wie erkenne ich, ob ich ein Problem mit Fruchtfliegen habe?

Das Hauptsymptom eines Befalls durch Fruchtfliegen ist verrottendes und faulendes Obst und Gemüse. Die Überwachung der Anzahl erwachsener Fruchtfliegen ist eine gute Möglichkeit, das Ausmaß Ihres Problems zu ermitteln (siehe unten). Befall durch Fruchtfliegen kann dazu führen, dass Früchte vorzeitig von der Pflanze abfallen. Die Untersuchung beschädigter Früchte kann das Vorhandensein von Larven aufdecken. Größerer Fruchtfliegenbefall kann zu erheblichen Ertragsverlusten und größeren Schäden an Pflanzen in Anbaugebieten führen.

Wie werde ich Fruchtfliegen los?

Monitoring

Ausgewachsene Fruchtfliegen werden üblicherweise mit Fallen überwacht, die Larven hingegen durch Entnahme von Fruchtproben. Semiochemikalien fungieren in diesem Fall oft als Köder für Fallen. Die Schätzung der Anzahl erwachsener Fruchtfliegen und die Identifizierung ihrer Art ist wichtig für die Auswahl geeigneter Bekämpfungsmaßnahmen. Das Einfangen gilt als eine Form der mechanischen Bekämpfung verschiedener Arten von Schädlingen. Es wird jedoch häufiger zur Identifizierung und Überwachung von Fruchtfliegen als zur Populationskontrolle eingesetzt. Selbstgebaute Fruchtfliegenfallen können Fruchtfliegen, Mücken und andere Arthropoden fangen und töten, sie eignen sich jedoch eher für kleine oder häusliche Schädlinge wie Fruchtfliegen in der Küche. Um eine Falle zu bauen, geben Sie Apfelessigtropfen und Spülmittel in eine Glasfalle, bedecken Sie die Öffnung mit Plastikfolie und stechen Sie Löcher in den Deckel. Wenn die Falle funktioniert, dringen die Fruchtfliegen ein und werden im Spülmittel bewegungsunfähig.

Mehrere Fliegen stecken in einer gelben Fliegenfalle fest
Mittelmeerfruchtfliege in einer Falle (Ceratitis capitatum (Wiedemann, 1824)). Bildnachweis: Peggy Greb, USDA Agricultural Research Service über Bugwood.org

Biologischer Pflanzenschutz

Biologischer Pflanzenschutz beinhaltet die Nutzung natürlich vorkommender Organismen und Substanzen zur natürlichen Kontrolle von Schädlingspopulationen in der Landwirtschaft.

Mikroorganismen

Dabei handelt es sich um mikroskopisch kleine Organismen wie Viren, Bakterien und Pilzarten, die Schadorganismen bekämpfen können. Metarhizium anisopliae ist eine Pilzart, die erwachsene Fruchtfliegen infiziert und tötet. Dies geschieht, indem sie in die Zellen der Fruchtfliege eindringt und den Zelltod verursacht.

Nützlinge (Makroorganismen)

Dabei handelt es sich um größere Tiere, die die Zahl der Schädlinge auf unterschiedliche Weise reduzieren. Schlupfwespen beispielsweise helfen bei der Kontrolle der Fruchtfliegenpopulation, indem sie ihre Eier in Fruchtfliegenlarven legen und diese im Puppenstadium töten. Das bedeutet, dass eine Verringerung der Fruchtschäden erst in der nächsten Vegetationsperiode sichtbar wird.

Natürliche Substanzen

Natürliche Substanzen stammen von Pflanzen und anderen natürlichen Quellen und haben eine Vielzahl von schädlingsbekämpfenden Eigenschaften, wie etwa das Töten oder Vertreiben von Insekten. Pyrethrin ist eine aus einer Blütenpflanzenart gewonnene natürliche Substanz, die das Nervensystem von Insekten beeinflusst und diese letztendlich tötet.

Chemische Pestizide

Als weltweit führende Organisation in der Umsetzung naturbasierter Kenntnisse im Schädlingsmanagement fördert CABI den in Bezug auf integrierten Pflanzenschutz (integrated pest management) als bevorzugten, ökologischen Ansatz zur Erzeugung gesunder Nutzpflanzen, der den Einsatz chemischer Pestizide nur bei Bedarf zulässt und unter Einhaltung von Maßnahmen, die die Belastung von Mensch und Umwelt durch diese Mittel begrenzen (siehe FAO, Internationaler Verhaltenskodex zum Umgang mit Pestiziden).

Bevor Landwirte den Einsatz chemischer Pestizide in Erwägung ziehen, sollten sie alle verfügbaren nicht-chemischen Bekämpfungsmethoden prüfen. Dazu gehören beispielsweise kulturelle Praktiken wie das Sammeln und Vernichten befallener Früchte und die Konsultation der CABI BioProtection Portal zur Identifizierung und Anwendung geeigneter biologischer Schädlingsbekämpfungsmittel zu Rate ziehen.

Wenn der Einsatz chemischer Pestizide in Erwägung gezogen wird, sollten Landwirte versuchen, weniger riskante chemische Pestizide auszuwählen, die im Rahmen einer IPM-Strategie dabei helfen, Schädlingsprobleme in den Griff zu bekommen und gleichzeitig die schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu minimieren. Anbieter landwirtschaftlicher Beratungsdienste können Informationen zu weniger riskanten chemischen Pestiziden bereitstellen, die vor Ort erhältlich und mit einer IPM-Strategie kompatibel sind. Diese Experten können auch über die erforderliche persönliche Schutzausrüstung beraten.

Zusammenfassung

Fruchtfliegen sind kleine, zweiflügelige Insekten, die reife Früchte, Gemüse und andere organische Stoffe schädigen. Diese Fliegen haben erhebliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft, beispielsweise auf die Mangoproduktion in Bangladesch und auf Ernten in den USA. Fruchtfliegen ernähren sich von Pflanzengewebe und führen dazu, dass Früchte verfaulen und vorzeitig abfallen. Überwachungs- und Kontrollstrategien umfassen Fallen und biologische Methoden wie parasitäre Wespen und Mikroben. Integrierte Schädlingsbekämpfungsansätze werden aufgrund ihrer umweltfreundlichen Natur und der geringeren Abhängigkeit von schädlichen Chemikalien immer beliebter.

Sie können nach biologischen Kontrolllösungen für Ihr Fruchtfliegenproblem suchen, indem Sie das CABI BioProtection Portal. Lesen Sie mehr über andere problematische Schadorganismen und biologischen Pflanzenschutz im allgemeinen aus unserer umfangreichen Ressourcenbibliothek.

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